Lippenstift- und Lipglossherstellung

Die Lippenstifte werden im Allgemeinen in vier Schritten hergestellt: (1) Pigmentmahlung, (2) Einmischen der Pigmentphase in die Basis, (3) Formen, (4) Abflammen.
Das Mahlen dient dazu, Pigmentagglomerate aufzubrechen, nicht die Partikelgröße zu verringern. Als Faustregel für das Pigment-Öl-Verhältnis gilt: zwei Teile Öl auf einen Teil Pigment. Die resultierende Paste kann dann durch ein Sieb passiert werden.Dreiwalzenmühlebis zur zufriedenstellenden Partikelgröße (üblicherweise 20 Mikrometer).
Das Einmischen der Pigmentphase in die Basis ist ein einfacher Vorgang. Die Wachs- und Ölphase werden üblicherweise in einem dampfbeheizten Kessel mit einem einzelnen Propellerrührer geschmolzen. Anschließend wird die gemahlene Pigmentphase hinzugegeben.
Die Formgebung erfolgt mithilfe vertikal geteilter Formen. Die meisten Lippenstiftformulierungen lassen sich gut zwischen 75 und 85 °C formen. Durch Vorwärmen der Form auf etwa 35 °C wird die Bildung von Kälterändern am Stift vermieden. Das Halten der Form in einem leichten Winkel zur Vertikalen verhindert Lufteinschlüsse. Schnelles Abkühlen nach dem Eingießen der Masse ist wichtig, da es zu einer feineren, gleichmäßigeren Kristallstruktur führt, was wiederum die Stabilität und den Glanz verbessert. Nach dem Abkühlen können die Formen geöffnet und die Stifte auf Tabletts oder andere geeignete Behälter gelegt werden, bis sie zum Abflammen bereit sind.
Das Flammieren ist ein Verfahren, bei dem der geformte Stab durch die Flamme eines oder mehrerer Gasbrenner geführt wird, um den Oberflächenglanz zu erhöhen. Die Flammen werden so eingestellt, dass die Oberfläche des Stabs gerade eben anschmilzt.
Nagellackherstellung
Die Herstellung von Nagellack erfordert ein Mischverfahren mit hoher Scherkraft. Die Pigmentdispersion ist der wichtigste Schritt. Je feiner das Pigment vermahlen ist, desto höher ist der Glanz und desto stabiler das Endprodukt. Das benötigte Pigment wird mit Nitrocellulose in einer Mischung aus Bentonlösung und Weichmacher vermischt. Anschließend wird die Mischung in einem Dreiwalzenmischer vermahlen, getrocknet und zerkleinert (d. h. in feste Fragmente gespalten). Die Farbchips werden in den gewünschten Farbtönen gemischt und unter flammgeschützten Bedingungen mit einem Hochleistungsrührwerk (Cowles) in der Nitrocelluloselösung (Lack) gelöst. Die Temperatur muss sorgfältig überwacht werden, um einen starken Anstieg zu vermeiden. Sobald eine gleichmäßige Farbe erreicht ist, werden weitere Lösungsmittel und Additive hinzugefügt. Anschließend wird Benton zugegeben und die Viskosität durch Zugabe von Lack oder Verdünnern eingestellt. Spezielle Viskositätsmodifikatoren sind ebenfalls erforderlich. Die Viskosität von Nagellack wird mitunter durch Zugabe geringer Mengen Phosphorsäure oder organischer Säuren angepasst, um das Gelsystem zu modifizieren.




